Nach Paraguay mit dem Gustav-Adolf-Werk

Mein Name ist Pia Ohlwein, ich bin 18 Jahre alt und lebe in Gammertingen, bin also seit jeher Mitglied der ansässigen evangelischen Kirchengemeinde. Schon lange hatte ich den Traum, nach dem Abitur - welches ich im April zu bestehen habe - in ein spanisch sprachiges Land zu reisen, um nicht nur meine Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch, um mich in einer sinnvollen Weise für benachteiligte Menschen vor Ort engagieren zu können.
Mit Hilfe von Herrn Pfarrer Deißinger bewarb ich mich unter anderem für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Gustav - Adolf - Werks Württemberg, von welchem ich nach anspruchsvollen, aber auch sehr unterhaltsamen Vorstellungsgesprächen eine Zusage erhielt. Zwischen Anfang und Mitte August werde ich daher für ein Jahr gemeinsam mit einem gleichaltrigen Jungen nach Asunción, die Hauptstadt Paraguays, entsandt werden, wo wir uns in einem entlegenen SOS Kinderdorf der "Centros Comunitarios" gegen die infantile Verwahrlosung einzusetzen versuchen. Adressaten sind nicht nur Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren, deren hygienischer, ernährungsphysiologischer und pädagogischer Bedürfnisse sich angenommen wird, sondern auch die Stärkung deren ganzer Familie im Rahmen eines integrativen Ansatzes, der den Montessori - Praktiken entlehnt ist.
Gegründet im Jahre 1843, setzt sich das GAW Württemberg als ältestes evangelisches deutsches Hilfs - und Diaspora - Werk in partnerschaftlicher Weise für die Stärkung evangelischer Gemeinden, die protestantische Ökumene und das evangelische Profil im Allgemeinen ein.
Vor nunmehr 125 Jahren beteiligte sich das Spendenwerk der EKD auch maßgeblich an der Errichtung der evangelischen Kirche zu Gammertingen, und ermöglichte somit die Entstehung unserer Gemeinde.
Unter dem Motto "sozial.engagiert.weltoffen" will nun auch ich meinen Teil zu diesem Unternehmen beitragen, in eine völlig fremde Kultur eintauchen, meinen Alltag auch im Glauben mit den Menschen vor Ort teilen sowie an den gegebenen Herausforderungen wachsen, die jener Perspektivenwechsel mit sich bringen wird.
Da das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Kirche nicht für die gesamten anfallenden Kosten aufkommen können, bin ich auf einen sogenannten Unterstützerkreis in meiner Heimat angewiesen, zu welchem jede Person zählen kann, die von meinem Vorhaben und dem Inhalt des Projekts überzeugt ist.
Ich beantworte gerne Ihre Fragen, zudem können Sie sich auf der Internetseite des GAW ausführlich über das Programm des Freiwilligendienstes informieren.

An dieser Stelle will ich mich zudem sehr herzlich für die Unterstützung Herrn Pfarrer Deißingers, meiner Familie, meinen Freunden und Lehrern, als auch allen Menschen, die mich in irgendeiner Weise zu unterstützen bereit sind, bedanken. Alle Interessierten nehme ich gerne in den Verteiler meines regelmäßigen Rundbriefes auf, der über meine aktuellen Tätigkeiten und Erlebnisse informieren wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Pia Ohlwein

 

 

In Paraguay als Freiwillige angekommen

Liebe Leserinnen und Leser!

Auf den Vorschlag von Herrn Pfarrer Deißinger hin werden meine Rundbriefe, die ich in regelmäßigen Abständen über meinen Freiwilligendienst im SOS Kinderdorf in Asunción, Paraguay, verfasse, künftig auf der Webseite der Kirchengemeinde erscheinen. Dort finden sich dann meine Rundbriefe, die ich auch zur Dokumentation an das Gustav - Adolf - Werk, meine Entsendeorganisation, einreiche.
Zur Zeit habe ich keinen uneingeschränkten Zugriff zum Internet, weswegen ich sicher nicht regelmäßig auf E-Mails antworten kann.
Abgesehen davon finde ich mich in meinem neuen Lebensumfeld zunehmend besser zurecht, weil Vieles gewohnter wird, wir so gut wie alle Namen der Kinder und Jugendlichen und ihre Eigenheiten kennen, uns nicht mehr planlos in die Busse setzen müssen, immer wieder lustige und spannende Kontakte knüpfen und einen wirklich tollen gemeinsamen Freund, Felipe, haben, der uns viele interessante Einblicke in das Leben in dieser Stadt bietet.
Über das Fahrrad konnten wir einen besseren Zugang zu den Jugendlichen herstellen, weil Florian regelmäßig Reparaturen organisiert. In der Zwischenzeit helfe ich im Centro Comunitario Tacumbú aus, unserer zweiten Einsatzstelle. Darüber berichte ich ebenso wie über weitere Erlebnisse und Aktivitäten in der Aldea infantil selbst und auch über unsere Freizeit, die wir so gut wie immer zu zweit oder mit den anderen Freiwilligen verbringen, die nicht weit von uns entfernt wohnen.
Auch die deutschstämmige Kirchengemeinde hilft uns sehr dabei, hier Fuß zu fassen und hat uns vor zwei Wochen in ihren Chor aufgenommen, mit welchem wir nun bereits für unseren ersten „Auftritt“ in einer Messe proben.
Im Dezember habe ich die Chance, meine erste Gürtelprüfung im Kung Fu zu absolvieren, wofür ich zwei Mal in der Woche trainiere.
Die Großmutter eines KungFu - Schülers hat mir angeboten, mir die Aussprache des indigenen Guaraní beizubringen.
Es ist wunderbar, von so vielen Angeboten wie möglich profitieren und somit Vieles dazu lernen zu können!
Außerdem habe ich geplant, eine Rubrik über Typisches in Paraguay oder des allgemeinen lateinamerikanischen Lebensstils zu beginnen. Sagen wir mal, es gibt hier viele „eye – catcher“ - Umstände, die unsere Aufmerksamkeit erwecken. Äußerst interessant!!

Un abrazo bien fuerte und ganz viel tropische Wärme,
Pia Ohlwein